Resümee zu meiner ersten Regiearbeit

Alles begann mit Schreiben von "Die Weihnachtsinvasion", einem Stück das an Robert Gernhardt's "Die Falle" angelehnt war. Nach ca. einem Jahr war das Textbuch fertig und ich stellte es dem künstlerischen Leiter des Bühnen-Echo Schapdetten zur Ansicht vor. Matthias Klesy war angetan, jedoch erwies sich das Stück als nicht bühnenreif für das Bühnen-Echo, da es mit einer Dauer von ca. 45 Minuten einfach zu kurz war. Dennoch ermunterte er mich, an der Sache dranzubleiben und so entschied ich mich ein weiteres Stück zu schreiben. Die Wahl fiel auf "Hänsel und Gretel" ! In den nächsten Monaten folgten intensive Recherchen und Durchsicht von diversem Film- und Fotomaterial. Urpsprünglich hatte ich 1,5 Jahre für das erstellen des Textbuches eingeplant, es wurde ca. 3 Jahre. "Hänsel und Gretel" war von Beginn an als musikalisches Märchenspiel geplant und so fanden zahlreiche Melodien aus der Humperdinck' schen Oper den Weg ins Skript. Matthias Klesy erteilte nach Ansicht der Unterlagen die Freigabe und so begann im Frühjahr 2015 die Probenarbeit.

Eine mögliche Besetzung hatte ich zwar früh im Kopf, jedoch erwies sich die Rollenvergabe als eine meiner schwersten Aufgaben. Zwar konnte ich einige DarstellerInnen wieder reaktivieren, doch natürlich gab es auch Absagen. Ursprünglich hatte ich mit Doppelbesetzungen geplant. Da aber nicht genügend SchauspielerInnen aufzutreiben waren, wurde dieses Vorhaben schnell hinfällig. Die Proben selbst verliefen sehr harmonisch und auch wenn wir selten vollständig waren, wurde die Zeit prima genutzt. Lediglich die Rolle des Hänsel machte Kopfzerbrechen. Denn diese wichtige Figur war ebenfalls nur einfach besetzt und dies wurde mir schließlich zu brenzlig. Luca Leon Alfs (bisher noch mit kaum Bühnenerfahrung) wurde von einer kleinen Ensemble-Rolle ins kalte Wasser geschmissen...und schwamm. Ich hatte meine entgültige Cast gefunden. Insgesamt stand mir ein knappes 3/4 Jahr für die Proben zur Verfügung (jede Besetzung abwechselnd alle 14 Tage). Das war wenig, aber anders leider nicht umsetzbar. Als kurz vor Ende der Probenzeit endlich die Kostüme eintrafen, war die Erleichterung groß, da es den Kindern nun deutlich leichter fiel sich in ihre Rollen hinein zu versetzen. Zudem hatten so einige DarstellerInnen die erste Gelegenheit den Kostümwechsel innerhalb kürzester Zeit auszuprobieren. Bei diesen Proben hatten wir auch Maike Rölver vom Amateurtheater Havixbeck zu Gast, die sich freundlicherweise für einige Fototermine zur Verfügung stellte und dabei die (ermordete) Mutter von Hänsel und Gretel verkörperte.

Im Dezember 2015 hieß es dann endlich: "Bühne frei" und die Premiere in Nottuln wurde erfolgreich absolviert. Kurz darauf folgten weitere Aufführungen in Havixbeck und Münster-Nienberge. Im Januar 2016 wurden die letzten drei Aufführungen in Dülmen-Karthaus, Oer-Erkenschwick und Münster-Gievenbeck gespielt. Beim Gastspiel in Oer-Erkenschwick (wo immer in einer Turnhalle gespielt wird) hatten wir allerdings diverse Stromausfälle. Die SchauspielerInnen gaben alles und so wurde das Beste aus den Möglichkeiten herausgeholt. Jedoch zeichnete sich hier bereits der Ausfall von Ulla Sticht als Hexe für die letzte Show in Gievenbeck ab und als dies dann zwei Tage vor der Aufführung offiziell wurde, war guter Rat teuer. Ersatz konnte nur jemand sein, der Stück, Text und Laufwege kannte und auch wenn die Hilfsbereitschaft der Kinder großartig war...sie alle wurden in anderen Rollen benötigt. So kam ich schließlich zu meiner persönlichen Premiere als Hexe und auch das Problem mit dem langen Kleid, den Schuhen und dem Hexentanz wurde gelöst. Es wurde, von mir völlig unerwartet, die beste aller ingesamt sechs Aufführungen.

Das erste Mal die Regie zu führen, war eine tolle Erfahrung und ich bedanke mich nochmals bei allen Menschen, die vor und hinter den Kulissen, so wunderbar mitgeholfen haben. Hervorheben möchte ich an dieser Stelle Robert Fürst, der fantastische Arbeit beim Bühnenbau geleistet hat und Celina Pietz, die sich als inoffzielle, aber sehr hilfsbereite Regieassistenz erwiesen hat.

 

Durchaus möglich, das diese Inszenierung von "Hänsel und Gretel" noch einmal auf die Bühne kommt...ich würde mich freuen.

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