Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde

Amateurtheater Havixbeck

Inhalt:

Papst Albert IV. hat eine anstrengende Reise nach New York unternommen. Als er sich unerkannt 2 Tage Ruhepause im Karmeliterkloster gönnen will, verlässt er das Hotel durch den Hinterausgang und setzt sich in ein Taxi. Dieses Taxi gehört dem Juden Samuel Leibowitz,  welcher mit seinem Ideenreichtum seine Frau Sarah schon oft zur Verzweiflung getrieben hat.
Nun hat er eine neue geniale Idee: Er entführt den Papst, aber nicht um Geld, sondern um 24 Stunden Frieden auf der Welt zu erpressen. Dieser Einfall gefällt dem Papst, der sich in der Familie sichtlich wohl fühlt und die Tage seiner Entführung zunehmend genießt.....sofern es Polizei und Armee zulassen. Der Hausfreund Rabbi Meyer verrät zwar den Aufenthaltsort des Papstes, was den Friedenstag beinahe in sein blutiges Gegenteil verwandelt, aber dennoch werden die beiden Freunde. Der von unchristlichen Rachegelüsten getriebene Kardinal O'Hara kann nur durch den Großmut des Papstes im Zaum gehalten werden. Dies hat auch einen erfolgreichen Friedenstag zur Folge, der jedoch nicht eine Sekunde über die vereinbarten 24 Stunden hinaus währt.....die Welt ist wieder normal.

Besetzung:


Papst Albert IV:

Klaus Wiethaup


Samuel Leibowitz:

Stephan Thiel


Sarah Leibowitz:

Christiane Brink


Irving Leibowitz:

Benedikt Lülf


Miriam Leibowitz:

Franziska Wahlig


Rabbi Meyer:

Patrick Pöhls


Kardinal O' Hara:

Werner Stolz


Regie:

Augustinus Pantel


Pressebericht (Westfälische Nachrichten):

Glücklicherweise verfügt Regisseur Augustinus Pantel über eine Reihe sehr guter Laienschauspieler. Denn was der brasilianische Dramatiker Jáo Bethencourt in Erinnerung an seinen Lieblingspapst Angelo Guiseppe Roncalli, also Johannes XXIII., 1972 in sein Drehbuch geschrieben hat, ist schlicht gesagt nicht einfach zu spielen.

 

Im Skript nennt der Autor das Stück „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ eine Komödie. Bei den beiden Aufführungen des Amateurtheaters am Samstag und Sonntag im Forum fiel es schwer, dem so direkt zuzustimmen. Da entwickelte sich das Theaterstück mehr zu einer Verquirlung von Krimi, Schwank, Science-Fiction und Tragödie.

Das Ensemble überzeugte. Klaus Wiethaup – ein souveräner Papst. Christiane Brink als Sara Leibowitz – wie immer ein Ass auf der Bühne. Stephan Thiel glänzte in der Rolle des in sich gespaltenen Samuel Leibowitz. Werner Stolz spielte den Kardinal O’Hara als käme er direkt von der Bischofskonferenz. Und Neuzugang Patrick Pöhls als schlitzohriger Rabbi Meyer sollte öfters verpflichtet werden. So hatten die Leibowitz-Kinder, Franziska Wahlig und Benedikt Lülf, es schwer, sich gegen diese Großen zu behaupten. Doch ihre Mühe konnte sich sehen lassen.

Der kriminelle Part des Stücks spielt im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Dort leben die Leibowitz in ihrem eigenen jüdischen Mikrokosmos. Dass Taxifahrer Leibowitz, der den Heiligen Vater mehr zufällig als gewollt in sein Taxi lädt und dann auf die Idee kommt, diesen zu entführen, eine Pistole mitführt, ist in Brooklyn noch normal. Dass er aber zu Hause Frau und Kinder dazu bringt, dabei mitzumachen, na ja. Schließlich einigt man sich darauf, kein Lösegeld, sondern mit dem „Italiener“ als Pfand die Mächte um den „Frieden in der Welt“ zu erpressen.

Nun muss ein Theaterstück nicht grundsätzlich logischen Gesetzen folgen, denn sonst müsste man ab jetzt von grotesken Abläufen sprechen. Und das sieht so aus: Der Rabbi, ein „Freund“ der Leibowitz, verpfeift das Kidnapping um einen Judaslohn an die Polizei. Die rückt – was man aber nicht sehen kann – in Armeestärke aus, um den Papst zu befreien. Taxifahrer Leibowitz, im früheren Leben mal Sprengmeister, droht, sie alle in die Luft zu jagen, zerstört dabei aber lediglich den Vorgarten seiner Gattin. Dass dann der Polizeichef sein Hemd auszieht, um es als „Kapitulationsfahne“ zu benutzen – auch dies sieht man nicht – grenzt an Klamotte.

Hier aber zeigte Regisseur Augustinus Pantel Stärke. Wohl wissend, dass man Unmögliches nicht darstellen kann, lässt er seine Schauspieler sprechen. So tragen die Dialoge zwischen Papst und Bischof, Rabbi und Entführer, zwischen Mutter und Kindern, dazu bei, die ganze Geschichte witzig und wohlwollend zu Ende zu bringen. So passte „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ gut in die vorweihnachtliche Besinnlichkeit.

Fotos:

Diese finden sie in der Rubrik: Fotos/Videos !

Termine:

03.12.2011 Forum der Anne-Frank-Schule, Havixbeck

04.12.2011 Forum der Anne-Frank-Schule, Havixbeck

Termine 2018

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Für das Jahr 2018 suche ich noch Engagements.